Digitaltag 2026: Aktive Medienarbeit inklusiv gestalten

Am 26.06.2026 fand der bundesweite Digitaltag  unter dem Motto Digital Sicherheit statt. Im Rahmen des Seminars Aktive Medienarbeit mit einer heterogenen Zielgruppe haben Studierende gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Boxdorfer Wohnanlage verschiedene Medienprojekte entwickelt, die Einblicke in den Alltag von Menschen mit Behinderung(en) ermöglichen. Veranstaltungsort war FAU Campus Lange Gasse 20 in der Nürnberger Innenstadt.

Ziel des Seminars war es, Lehramtsstudierenden praktische Erfahrungen in der aktiven Medienarbeit unter der Perspektive inklusiver Medienbildung zu ermöglichen. Voraus ging dem Aktionstag ein Blockseminar, das mit einem Besuch in der Boxdorfer Wohnanlage startete. Hier empfing der Medienpädagoge Jan Hanisch-Carl, der das Angebot Digitale Werkstatt leitet, die Gruppe. Ein gemeinsamer Austausch mit interessierten Bewohnerinnen und Bewohnern, die von verschiedenen (Mehrfach-)Behinderungen betroffen sind, fand statt

Im Anschluss entstanden in drei Gruppen mediale Produkte, die am Digitaltag von interessierten Besucherinnen und Besuchern begutachtet werden konnten. Dazu zählt eine 360°-Videotour, in dem die Perspektive eines alltäglichen Weges mit dem Rollstuhl (und all seinen dazugehörigen Herausforderungen) zwischen Wohnanlage und örtlicher Bushaltestelle verfolgt werden kann.

Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit den verschiedenen offiziellen Anträgen, die Menschen mit Behinderung(en) oftmals regelmäßig stellen müssen, um angemessene Unterstützung zu erhalten. Die Gruppe setzte sich beispielhaft mit einer barrierarmeren Umgestaltung eines Antrages auseinander und bot darüber hinaus eine Checkliste und eine spielerische Anwendung zur Einübung von Kriterien der Barrierefreiheit an.

Die dritte Gruppe beschäftigte sich mit den verschiedenen Anforderungen einer Fahrt mit dem Öffentlichen Nahverkehr von Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Über eine interaktive Karte zu einer Reise in die Nürnberger Innenstadt konnten Interessierte sehen, wo es an Barrierefreiheit mangelt.

Ein gruppenübergreifender Austausch zeigte, dass die Produkte einen spannenden Einblick in die Lebenslagen der Teilnehmenden boten, der perspektivisch über den Digitaltag hinaus weitergedacht werden soll. Gleichzeitig reflektierten alle Gruppen die Herausforderungen eine ‚Inklusion für Alle‘ in ihren Projekten umzusetzten.

Die Erfahrungen aus dem Seminar zeigen, dass eine angemessene Medienarbeit mit heterogenen Zielgruppen Professionalisierung bedarf. Ein Ansatz inklusiver Medienbildung, der auf Kooperation und Dialog setzt, kann dabei unterschützen, medienpädagogische Angebote zu öffnen und Teilhabe und Förderung unter der Berücksichtigung von Heterogenität zu ermöglichen.

Das Seminar wurden geleitet von Saskia Draheim und Dr. Melanie Stephan und fand in Kooperation mit Jan Hanisch-Carl der Boxdorfer Wohnanlage statt.

Fotografie: Mia Hanisch